Herzlich willkommen!

Franken: authentisch, spannend, smart. Wer Franken entdecken will, beginnt eine Reise am besten im Fränkischen Museum Feuchtwangen. Hier findet er Facetten fränkischer Identität - und damit einen guten Zugang zur Region, den Menschen und ihrer Geschichte.
Das Museum wurde 1902 durch den Verein für Volkskunst und Volkskunde begründet. Es war das erklärte Ziel des Vereins, die Kulturgüter der ländlichen Bevölkerung zu sammeln und zu bewahren. Schnell entstand eine beeindruckende Sammlung, die 1926 in einem historischen Fachwerkhaus ausgestellt wurde. Die Sammlungsschwerpunkte sind Möbel aus Franken, Volkskunst und Fayencen. Der idyllische Museumsgarten lädt zum Verweilen ein. Hier können eine Hammerschmiede und ein Flachsbrechhaus besichtigt werden.

Das Museum hat heute über 2000 m² Ausstellungsfläche. 2008 wurde das Museum nach vollständiger Sanierung mit einem modernen Foyer und Ausstellungsgebäude neu eröffnet.
Mit diversen Veranstaltungen und Sonderausstellungen werden immer neue Themen beleuchtet.

800 Jahre jüdisches Leben in Feuchtwangen
ERINNERE. BEWAHRE. WANDLE.

1. OKTOBER BIS 19. DEZEMBER 2021

VON JÜDISCHEM LEBEN IN UND UM FEUCHTWANGEN
INSTALLATION UND AUSSTELLUNG
FRÄNKISCHES MUSEUM

Das Fränkische Museum Feuchtwangen führt in der Sonderausstellung  durch die 800-jährige jüdischen Geschichte Feuchtwangens. Die Ausstellung beginnt im Mittelalter mit den ersten jüdischen Bewohner*innen Feuchtwangens. Die darauffolgende bewegte und schwierige Geschichte vermittelt die Ausstellung weitgehend durch die Perspektiven und Lebensgeschichten historischer Persönlichkeiten aus Feuchtwangen und Umgebung.

Den historischen Persönlichkeiten mit ihren individuellen Lebensgeschichten und ihren Beiträgen zum städtischen Leben begegnen Sie in der Ausstellung: Die Ausstellung beleuchtet das soziale Engagement in Vereinen wie dem Feuchtwanger Turn- und Sportverein, in Initiativen gegen Armut sowie in der Seelsorge. Sie wirft einen Blick auf die rechtlichen Entwicklungen und das Schul- und Ausbildungswesen seit dem 19. Jh., auf die wirtschaftlichen Errungenschaften der historischen Persönlichkeiten und auf die Kultur.

Für das 20. Jahrhundert behandelt die Ausstellung die schwierige Geschichte der NS-Diktatur und Shoah. Sie würdigt den Widerstand eines mutigen Feuchtwanger Bürgers, der bereits Mitte der 1920er Jahre mutig gegen den wachsenden Antisemitismus kämpfte. Den 27 Feuchtwanger Personen, die durch die NS-Diktatur ihr Leben verloren, wird in einem Gedenkbuch gedacht.

In ihrem letzten Teil beleuchtet die Ausstellung die Lebenswege von Überlebenden. Seit den 1960er Jahren entwickelten sich fruchtbare Briefwechsel und Freundschaften zwischen den Überlebenden und ihren Nachkommen sowie engagierten Feuchtwanger Bürger*innen.

Zeitgleich zu der Sonderausstellung wird im Fränkischen Museum eine Kunstinstallation von Alexander Ourth gezeigt:

„Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“, lautet ein Satz des jüdischen Gelehrten Baal Schem Tov; der spanische Philosoph George Santayana formuliert diesen Gedanken mit historischer Perspektive: „Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben“ – Zentral ist das Erinnern, das Gedenken und – damit verbunden – das Nicht-Vergessen. „Zachor!“ רוכזֹ) ) – „Erinnere Dich!“ ist auch ein wichtiges Gebot im jüdischen Glauben. In Verbindung mit der Erforschung der jüdischen Geschichte Feuchtwangens wird im Fränkischen Museum der Vorgang des Erinnerns in den Mittelpunkt gestellt. Das Museum soll mit dieser Ausstellung zu einem zentralen Erinnerungsort für das jüdische Leben in Feuchtwangen und die Shoa werden, steht doch ein Teil der heutigen Anlage an dem Ort, an dem einst die Synagoge stand – das Museum und seine Gebäude wie der Standort selbst sind also gleichermaßen Orte der Erinnerung. Hier wird sie gepflegt oder verschwiegen, sie wird präsentiert oder ausgeblendet, bewusst oder unbewusst. Den Kern der Ausstellung bildet eine Medieninstallation, in welcher Dokumente, Bilder, Töne, Protokolle, Urkunden, und Texte von und über Jüdinnen und Juden (darunter Lion Feuchtwanger), die mit der Stadt verbunden sind, poetisch und künstlerisch verarbeitet werden. Mithilfe von interaktiven Videoprojektionen und Klanginstallationen wird dem Betrachtenden das Überlieferte zu Gehör gebracht und vor Augen geführt; zugleich sind die Projektionen jedoch so programmiert, dass das Betrachten sie einer Veränderung unterzieht. So entzieht sich das Bild immer wieder, Details treten hervor oder werden unscharf. Parallel widmet sich eine Klanginstallation, so genannte „Destructive Tapeloops“, der Vergänglichkeit und Fragilität von Erinnerung. Auf einem Magnetaufzeichnungsband – ein Anachronismus – sind die Texte gespeichert. Bei der Wiedergabe wird das Magnetband über Oberflächen gezogen, die einen starken Abrieb verursachen, wie z. B. Sandpapier. So entfernt sich der Klang mit jeder Wiederholung einen Schritt weiter von der ursprünglichen Aufnahme. Die Erinnerung verblasst, die Worte verschwinden. Zugleich erfahren Besucherinnen und Besucher viel Interessantes über die Geschichte der jüdischen Familien und der jüdischen Gemeinde in der Stadt Feuchtwangen.

Die Sonderausstellung ist Teil des deutschlandweiten Festjahres „#2021JLID - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Fränkischen Museum.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Freitag 14 – 17 Uhr, Samstag, Sonntag 11 – 17 Uhr.

Öffentliche Führung: Sonntag, 21. November,  um 15 Uhr

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Installation: Alexander Ourth
Wissenschaftliche Recherche und Sonderausstellung: Dr. Uta Karrer

1700 Jahre jüdisches Leben

in Deutschland

800 Jahre jüdisches Leben

in Feuchtwangen

Museum mit 3G-Regeln geöffnet!

 
Ein Besuch im Fränkische Museum Feuchtwangen ist zu den Öffnungszeiten jederzeit möglich.

Es gelten die 3G-Regeln sowie die Bestimmungen der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! 

Arbeitsalltag und Wohnkultur

Die Dauerausstellung gibt einen lebhaften Eindruck vom Leben der Menschen im evangelisch geprägten Mittelfranken. Zu sehen sind die kunstvoll verzierten Sachgüter, die im Alltag benutzt wurden, vom Hausrat bis zum technischen Gerät, von der Feiertagstracht bis zum Wohnmobiliar. Besucher*innen sind eingeladen, in die Vergangenheit zu reisen, aber auch viel über sich selbst und die eigene Kultur zu erfahren.

Museumstraße 19 - 91555 Feuchtwangen - Telefon (0 98 52) 25 75 - info@fraenkisches-museum.de